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Pepper in der Pflege in Unterfranken – Artikel Ärtzeblatt.de
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Pepper assistiert Pflegekräften: Entrance macht Roboter fit für den Einsatz im Pflegesektor

Um Fachkräfte in der Altenpflege zu entlasten, hat das Wuppertaler Innovationsunternehmen Entrance den humanoiden Roboter Pepper mit Software für den Einsatz im Pflegesektor ausgestattet. Der neue Roboter-Assistent soll das Pflegepersonal in Zukunft bei administrativen und therapeutischen Aufgaben unterstützen, um die Lebens- und Arbeitsqualität in der Tagespflege zu steigern.

Schließlich spitzt sich in Deutschland der Pflegenotstand zu. Aufgrund des demografischen Wandels steigt die Zahl der Pflegebedürftigen stetig an. Gleichzeitig schrumpft die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, sodass das Arbeitskräfteangebot in der Pflege sinkt. Die PwC-Studie „Demografischer Wandel: In Deutschland werden Arbeitskräfte rar“ aus dem Jahr 2016 prognostiziert, dass im Jahr 2030 hierzulande circa 710.000 Vollzeitstellen in der Pflege unbesetzt bleiben könnten, sollten sich die Rahmenbedingungen nicht ändern.

Pflegekräfte entlasten und zur verbesserten Patientenversorgung beitragen

Schon heute ist der Fachkräftemangel spürbar und die Arbeitsbelastung für Pflegerinnen und Pfleger entsprechend hoch. Entlastung könnte nun die neue Lösung „Pepper4Care“ von Entrance bringen: „Ein Roboter wird Fachkräfte nie ersetzen können und den Fachkräftemangel nicht beseitigen“, erklärt Entrance-Geschäftsführerin Julia Koch. „Allerdings kann er Pflegekräfte im Arbeitsalltag auf vielfältige Weise unterstützen und entlasten: Er übernimmt Routine- sowie Administrationsaufgaben und trägt so zu einer besseren Arbeitsorganisation bei.“ So habe das Pflegepersonal mehr Zeit für menschliche Zuwendung. 

Zum anderen ergänze er den Alltag durch zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten für die Pflegebedürftigen: „Pepper kann beispielsweise seniorengerecht aufgearbeitete Gedächtnis- und Konzentrationsspiele anbieten, Lieder anstimmen, zum Mitsingen animieren und Märchen vorlesen. Wir haben jetzt schon gelernt, dass Pflegebedürftige schnell neugierig werden und merken, dass sie Spaß mit Pepper haben“, so Koch. Erste Tests haben zudem bereits überraschende Erfolge gezeigt: „Pepper konnte schon einen Bewohner für sich gewinnen, der nach zwei Jahren das erste Mal wieder gesprochen hat – mit Pepper!“

Modellprojekt in Erlenbach gestartet

Was Pepper leisten kann, zeigt er seit dem 15. Januar 2019 in der Tagespflegeeinrichtung „Ursula Wiegand“ der Caritas Sozialstation St. Johannes e.V. in Erlenbach am Main: Zwei Jahre lang wird er das Team bei täglichen Routinearbeiten unterstützen, den Pflegebedürftigen neue Beschäftigungsmöglichkeiten bieten und beim Erfassen des allgemeinen Patientenzustandes helfen. 

Dabei handelt es sich um ein Modellprojekt, das von Johanna-Carolyn Engel, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften wissenschaftlich begleitet und evaluiert wird. Das Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege fördert das Modellprojekt und übernimmt 90% der Gesamtkosten.

„Auf Basis der vom Pflegepersonal, der Wissenschaft und den Gästen vor Ort gewonnenen Erfahrungen werden wir in den kommenden zwei Jahren Anpassungen an die individuellen Bedürfnisse vornehmen und die Funktionen ausbauen“, sagt Koch. „So könnte Pepper beispielsweise an andere digitale Technologien wie Sturzsensoren, Vitaldatenmessungen oder das Trinkmanagement angebunden werden. Auch die Verschmelzung mit Dokumentationssoftware ist geplant.“ 

Pflegesektor wieder attraktiver gestalten

Ein weiteres Ziel des Wuppertaler Innovationsunternehmens ist es, die Attraktivität des Pflegeberufs aufzuzeigen und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Pflegeeinrichtungen beizutragen: „Wir möchten mit Pepper nicht nur zu einer verbesserten Patientenversorgung beitragen und das Pflegepersonal entlasten. Durch Kooperation und Kollaboration von Mensch und Maschine möchten wir auch einen Beitrag dazu leisten den Pflegeberuf für Nachwuchskräfte wieder attraktiver zu machen.“